Wussten Sie schon... |
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Gutes Gedächtnis auch im Alter Viele ältere Menschen ärgern sich darüber, dass sie vergesslicher werden und sich beispielsweise Namen und bestimmte Daten nicht mehr so gut merken können. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass ihr Gehirn schlechter arbeitet. Sie lernen meist nur selektiver und setzen ihre Prioritäten anders als noch in jüngeren Jahren. Häufig ist auch der Stoffwechsel im Gehirn älterer Menschen beeinträchtigt, was die Merkfähigkeit etwas verlangsamt. Durch ihre Erfahrung können ältere Menschen aber vieles wieder wettmachen. In einem Vergleich zwischen jüngeren und älteren Sekretärinnen zeigte sich, dass die jüngeren einen Geschäftsbrief zwar schneller abtippen konnten. Die älteren machten diesen Rückstand aber wieder wett, indem sie weniger Tippfehler begingen und beim Abfassen des Briefes von ihrer Erfahrung profitierten. Wie wichtig das Verknüpfen von Erfahrung auch bei Lernprozessen ist, zeigte vor ein paar Jahren ein Experiment australischer Wissenschaftler auf eindrückliche Art und Weise: Eine Gruppe von 60-Jährigen beherrschte eine ihnen völlig unbekannte Sprache nach einem Jahr besser als Schulkinder, die fünf Jahre lang darin unterrichtet worden waren. Die Studie konnte nachweisen, dass die älteren Leute offenbar bessere Strategien hatten, den Lernstoff zu festigen und mit bereits Gelerntem zu verknüpfen. Grundsätzlich verfügt unser Gehirn über drei Speicherzentren: Im Ultrakurzzeitgedächtnis bleiben Informationen und Eindrücke gerade mal zwei bis maximal zehn Sekunden erhalten. Nur drei Prozent davon werden ans Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet. Bis zu 90 Prozent der übriggebliebenen Informationen werden dort nach 20 Minuten ebenfalls gelöscht. Nur was für uns wirklich wichtig ist und insbesondere durch grosse Neugier, Emotionen und Assoziationen gelernt wurde, findet schliesslich den Weg ins Langzeitgedächtnis. Jedermann kann selbst einiges dazu beitragen, sein Gedächtnis bis ins hohe Alter in Schwung zu halten, etwa durch tägliches Training (z. B. mit kleinen Merkspielen), gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Auch regelmässige Zeitungslektüre, das Erlernen eines neuen Hobbys sowie Brett- und Kartenspiele sind ein gutes Gedächtnistraining - nicht nur für ältere Menschen. Am wichtigsten ist aber der Austausch mit anderen. Im Gespräch trainiert man sein Gehirn automatisch: Beim Zuhören und Sprechen ist man einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt und muss sich immer wieder blitzschnell auf Neues einstellen. (mha.) |
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Schauffhauser-Nachrichten SHN 10.08.2010 (Mit Genhemigung der SHN Redaktion veröffentlicht) |