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ADHS und was noch? (ADHS und andere Störungen)

Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) weisen selten „nur“ diese eine Störung auf. Die Mehrzahl der Betroffenen, sowohl im Kindes-, Jugend- wie auch Erwachsenenalter, weisen psychische wie auch somatische Störungen auf. Nachfolgend werden daher einige Störungen aufgeführt, welche es im Zusammenhang mit ADHS besonders zu beachten gilt: 

  • Psychische Begleitstörungen: Abhängigkeit von psychotroben Substanzen
  • Psychische Begleitstörung: Angststörungen
  • Psychische Begleitstörung: Depressionen (Affektive Störungen)
  • Somatische Begleitstörung: Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Somatische Begleitstörung: Eisenmangelsyndrom
  • Somatische Begleitstörung: Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)
 

Psychische Störungen

- Abhängigkeit von psychotropen Substanzen
Bei Kokainabhängigkeit wird aufgezeigt, dass bei ADHS-Patienten eine Prävalenz von  35 Prozent Sucht­er­krank­ungen vorliegt und der Substanzgebrauch (Kokain) deutlich ausgeprägter ist und früher beginnt als bei Kokainabhängigen ohne ADHS (Carroll 1993).

In der bisherigen Therapiearbeit mit Patienten, welche eine Substanzabhängigkeit (Alkohol, Cannabis, Kokain) und eine ADHS aufwiesen, werden diese Menschen oft als unmotiviert und in ihrem Suchtverhalten chronifiziert beschrieben. Weisen Menschen ein ADHS und Suchtstörungen auf, wird in der Therapiearbeit das Augenmerk meistens auf die Substanzen Alkohol, Kokain, Heroin und eventuell Cannabis ausgerichtet. Die Substanzen Koffein und Nikotin finden dabei kaum Beachtung. Dabei gilt es zu bemerken, dass die Koinzidenz einer Nikotinab­hängigkeit bei Erwachsenen mit ADHS mit 40 bis 75 Prozent (19 bis 26 Prozent in der Normalpopulation) aufgeführt wird (Pomerleau 1995). Der nachfolgende Bericht von L. zeigt auf, wie lange es in seinem Leben gedauert hat, bis ADHS erkannt und behandelt wurde. Dies hatte für den Betroffenen nachhaltige und lebensbestimmende Auswirkungen.

Literatur:
Carroll, K. & Rounsaville, B. (1993) History and significance of childhood attention deficit disorder in treatment-seeking cocaine abusers. Compr Psychiatry 34: 75–82.

Pomerleau, O., Downey, K., Stelson, F. & Pomerleau, C. (1995). Cigarette smoking in adult patients diagnosed with attention deficit hyperactivity disorder. J Subst Abuse 7: 373–378.

Tzelepis, A., Schubinger, H. & Warbasse, L.H. (1995). Differential diagnosis and psychiatric comorbidity patterns in adult attention deficit disorder. In K. Nadeau (Ed.), A comprehensive guide to attention deficit disorder in adults. New York: Brunner/Mazel: 35-48

Wilens, T.E., Biederman, J., Mick, E., Faraone, S.V. & Spencer, T. (1997). Attention deficit/ hyperactivity disorder (ADHD) is associated with early onset substance use disorders. J. Nerv. Ment. Dis. 185:475-482.

- Angststörungen
Angststörungen sind psychische Störungen, bei denen die Furcht vor einem Objekt oder einer Situation oder unspezifische Ängste im Vordergrund stehen.

Angststörungen sind länger dauernde Reaktionen unseres vegetativen Alarmsystems. Sie können durch Erlebnisse ausgelöst werden, welche die körperliche oder/und psychische Integrität eines Menschen bedrohen. Dabei zählt bei ADHS-Betroffenen die Furcht, von Mitmenschen als auffällig eingestuft zu werden, oft zum Alltag.

Angst kann ausgelöst werden durch Erlebnisse, welche die körperliche oder die seelische Integrität eines Menschen bedrohen. Diese können durch traumatische Erfahrungen wie beispielsweise Unfälle, erfahrene Gewalt, Krieg usw. entstehen. Öfters stehen jedoch seelische Traumatisierungen, welche mit negativen zwischenmenschlichen Erfahrungen zusammenhängen (Tod, Trennung, Mobbing u.a.) im Vordergrund. Je nach Erscheinungsformen unterscheidet man verschiedene Formen von Reaktionen wie Agoraphobie (Platzangst), Soziale Phobie, Zwangsstörung usw.

Die häufigsten Angstsymptome sind:
- Engegefühl über der Brust, Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen
- Herzklopfen, Herzrasen
- Schwindel
- Zittern, weiche Knie
- Kalter Schweiss
- Gefühl der Übelkeit

Literatur:
Freyberger, H., Stieglitz R.-D. (Hrsg.). Kompendium der Psychiatrie und Psychotherapie. Karger Verlag Basel
1996

- Depressionen (Affektive Störungen)
Traurigkeit gehört zu den Leitsymptomen der Depression. Hinzutreten können jedoch auch andere negative Emotionen wie Schuldgefühle, Ärger und Furcht. Einschätzungen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Ereignisse führen zu vermehrter Traurigkeit, was negative Kognitionen begünstigt. 

Depressive Menschen fühlen sich innerlich zum Nachdenken getrieben und empfinden sich gleichzeitig in ihrem Denken angehalten. Grübelzwang (Unruhe) und Denkhemmung (Konzentrationsprobleme) gehen Hand in Hand. Es kommt so weit, dass depressive Menschen irgendwann nicht mehr vorankommen, ohne Ruhe zu finden. Es sind Symptome, welche ein ADHS-Betroffener bestens kennt. Festzustellen dass man anders ist als viele andere Mitmenschen kann zu einer stetigen Belastung im Lebensalltag werden.

Dem Eindruck, seit Kindesalter stetig Unsicherheiten und Misserfolge ausgeliefert zu sein, hat zur Folge, dass viele der ADHS-Betroffenen eine Mischung von Ängstlichkeit und depressiver Verstimmung in ihrem Alltag erleben, in welcher Verzweiflung, Ratlosigkeit oder Mutlosigkeit überwiegen.

Literatur:
Baumann, U., Perrez, M. (Hrsg.). Lehrbuch Klinischer Psychologie-Psychotherapie. Hans-Huber Bern 1998


Klussmann, R. Psychosomatische Medizin. Springer Verlag Berlin 1998

Neuhus, C. ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Kohlhammer Verlag Stuttgart 2007

 

Somatische Störungen

- Funktionsstörungen der Schilddrüse (Glandula thyreoidea)
Die Schilddrüsenhormone und deren Rezeptoren sind überall im menschlichen Organismus anzutreffen. Schilddrüsenerkrankungen äussern sich als morphologische Veränderungen, Funktionsstörungen (Hyperthyreose oder Hypothyreose), Entzündungen (Thyreoiditis), bösartige Entartungen oder als Kombination der genannten Formen. Hyperthyreose kann gegebenenfalls folgende somatische wie auch psychische Störungen bewirken, welche wir teilweise auch bei einer ADHS vorfinden. Bei einer unzureichenden differenzialdiagnostischen Erhebung können unter Um­ständ­en Fehldiagnosen erhoben werden. An dieser Stelle seien einige Störungen aufgeführt, welche bei einer Hyperthyreose auftreten können: 
- Herzrasen (Ruhe-Puls über 90/min), Herzrhythmusstörungen
- erhöhte Blutdruckamplitude (hoher systolischer, niedriger diastolischer Blutdruck),
- Unruhe, Hyperaktivität, vermehrtes Schwitzen, warme und feuchte Haut
- vermehrte Zittrigkeit, Schlaflosigkeit, starke Müdigkeit
- vermehrte Verstimmung bis zu Depression und Reizbarkeit.
Bei möglichen Symptomen, die auf eine Schilddrüsenstörung hinweisen, gilt es, die Schilddrüsenhormonwerte T3, T4 und TSH und TRAK im Blut bestimmen zu lassen, gegebenenfalls wird der Arzt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder Szintigrafie der Schilddrüse vornehmen (Birbaumer 1999).

Literatur:
Birbaumer, N. & Schmidt, F. Biologische Neuropsychologie. Springer Verlag Berlin 1999

 
- Eisenmangelsyndrom IDS (Iron Deficiency Syndrome)
Das Eisenmangelsyndrom wird seit einigen Jahren in vermehrtem Masse erforscht. Dabei wurden folgende Symptome beobachtet, welche bei Eisenmangel auftreten können:
 
- Konzentrationsstörungen
- Psychische Labilität
- Überreizbarkeit
- Erschöpfungszustände
- Schlafstörungen
- Depressive Verstimmungen und Schwindel

Es sind Symptome, die auch bei ADHS beobachtet und aufgeführt werden. Daher kann eine Eisenmangelkrankheit fälschlicherweise als eine ADHS diagnostiziert werden, was für die Betroffenen schwerwiegende Folgen haben kann.

Für weitere Informationen bezüglich Eisenmangelsyndrom IDS empfehlen wir den Praxis-erfahrungsbericht* von Dr. med. Beat Schaub et al. (Sonderdruck aus ARS Medici 9, 2008).

 
- Eisenspeicherkrankheit – Hämochromatose
Im Gegensatz zur Eisenmangelanämie kommt es bei der Hämochromatose zu einem übermässigen Gesamteisengehalt im ganzen Organismus mit teilweise schwerwiegenden Folgekrankheiten, sofern die Störung nicht erkannt wird.

Diese Eisenspeicherkrankheit tritt bei Männern zehn Mal häufiger auf als bei Frauen und tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr in Erscheinung. Nach neuesten Erkenntnissen ist diese auf eine Erkrankung der Leber und nicht, wie bislang angenommen, auf eine Erkrankung des Dünndarms zurückzuführen. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) haben nachgewiesen, dass ein defektes Gen in der Leber ausschlaggebend ist. Durch den Defekt wird die Produktion des Hormons Hepcidin gedrosselt, das im Darm die Eisenaufnahme hemmt.

Neben somatischen Störungen können folgenden Symptome auftreten, welche irrtümlicherweise einer ADHS zugeschrieben werden:

- Müdigkeit mit vermindertem Konzentrationsvermögen
- vermehrte Reizbarkeit
- allgemeines Unwohlsein

Für weitere Informationen über die Eisenspeicherkrankheit - Hämochromatose
empfehlen wir den Bericht im Schweizerischen Medizinischen Forum (Nr. 42/16.10.2002) von Jürg Reichen, Arthur Zimmermann und Sabina Gallati.

Wenn Sie sich weiter über die Eisenspeicherkrankheit - Hämochromatose informieren möchten, empfehlen Ihnen den nachfolgenden Bericht zur Eisenspeicherkrankheit (Schweiz Med. Forum Nr. 42 16. Okt. 2002) von Jürg Reichen, Arthur Zimmermann und Sabina Gallati oder die Informationen des Blutspendedienstes Zentralschweiz-BSZ.

Bericht: Eisenmspeicherkrankheit
Bericht:
BSZ-Hämochromatose

* nach erfolgter Absprache mit den Autoren durch den Verfasser dieser Web-Seite

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